30. Jun 2016 | Nr. 60 | Kategorie: Pressemitteilungen

Eröffnung des „Museums der Moderne“ in Schwerin

Innenaufnahme des Neubaus der Galerie Alte und Neue Meister, Foto: Staatliches Museum Schwerin/Michael Setzpfandt

Innenaufnahme des Neubaus der Galerie Alte und Neue Meister, Foto: Staatliches Museum Schwerin/Michael Setzpfandt

500 Jahre Kunstgeschichte unter einem Dach

Mit einem Sommerfest wird am 1. Juli die Eröffnung des Neubaus der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin in der Landeshauptstadt gefeiert. Damit findet auf insgesamt 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche dauerhaft die Moderne ihren Platz. In wechselnden Ausstellungen können nun auch die zeitgenössischen Bestände des Staatlichen Museums Schwerin gezeigt werden. Das Schweriner Haus bietet damit erstmals stets einen Gang durch die Kunstgeschichte vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. Dazu Jürgen Seidel, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Schwerin schafft mit dem Erweiterungsbau für die Kunst der Moderne einen neuen Anziehungspunkt für Kulturtouristen und setzt gleichzeitig ein i-Tüpfelchen auf das historische Ensemble aus Schloss, Theater und Altem Palais.“ Höhepunkte des Sommerfestes, das sowohl im Alt- als auch im Neubau veranstaltet wird, sind unter anderem Künstlergespräche und Führungen sowie eine Schlagzeugerperformance und Filmvorführung. Der Eintritt für das Sommerfest, dessen Programm unter www.museum-schwerin.de nachzulesen ist, ist frei. Der Neubau der ARGE Scheidt Kasprusch Becker Architekten BDA passt sich in den Innenhof des Museums ein. Planung und Durchführung oblagen dem Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern. Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften investierte 7,6 Millionen Euro in das Objekt. Für die Einrichtung kamen noch einmal eine Million Euro vom Staatlichen Museum Schwerin dazu.

Die Eröffnungsausstellung verbindet die Einweihung des Neubaus, in dem die zeitgenössische Kunst ihren Platz findet, mit der Präsentation des umgestalteten Altbauflügels: Auch hier ist zukünftig Kunst der Moderne zu sehen. Eine gläserne Brücke verbindet den Neubau mit dem 1882 eröffneten Altbau also sowohl architektonisch als auch inhaltlich.

Das spektakulärste Werk in der Eröffnungsausstellung wird die von dem Künstler Günther Uecker eigens für Schwerin angefertigte Serie neuer „Wustrower Tücher“ sein, die im Obergeschoss des Neubaus gezeigt wird. Der 1930 in Mecklenburg geborene Uecker nimmt hier Bezug auf seine Erlebnisse in den Kriegs- und Nachkriegsjahren auf der Halbinsel Wustrow. Darüber hinaus wird unter anderem erstmals Ueckers „Sandspirale“ aus dem Jahr 1970 gezeigt, eine motorbetriebene kinetische Arbeit, die Gegenwart und Vergänglichkeit thematisiert und deren Ankauf durch die Kulturstiftung der Länder sowie den Verein „Freunde des Staatlichen Museums Schwerin“ ermöglicht wurde.

Im Untergeschoss des Neubaus werden Beispiele aus der vielfältigen Sammlung Neue Medien des Staatlichen Museums gezeigt, die bislang aus Platzgründen nie präsentiert werden konnten, darunter Installationen, Videos und Objekte unter anderem von Ulrike Rosenbach, Aernout Mik und Jörg Herold. Herolds großformatige, mit Wasser gefüllte Skulptur „Mahnmal für einen Matrosen“ erinnert an die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs versenkten Flüchtlingsschiffe und greift damit ein vergleichbares Thema wie die „Wustrower Tücher“ auf. Zudem ist die Installation „Uto-Pia“ von Gediminas & Nomeda Urbonas (Litauen) zu sehen, die den gesellschaftlichen Wandel auf einem Archipel in der Ostsee nach dem Fall des Eisernen Vorhangs thematisiert – und somit, wenn auch indirekt, das Thema Krieg. Im ehemaligen Wechselausstellungsbereich im Altbau sind mit dem Fadenstuhl, dem Elektrischen Garten, dem Twine Object oder der Materialcollage wichtige Werke Günther Ueckers aus der Schweriner Sammlung zu sehen. Darüber hinaus werden die Schweriner Marcel Duchamp-Sammlung, Werke aus der Fluxus-Kollektion der Kunstsammler Christina und Dr. Jürgen Kelter sowie von Lovis Corinth, Lyonel Feininger, Nam June Paik, Bernhard Heisig und Sigmar Polke gezeigt.

Tipp: Weitere Werke Ueckers sind vom 3. Juli bis zum 11. September in einer Schau mit dem Titel „Der geschundene Mensch“ in der Rostocker Kunsthalle zu sehen. Die aus 14 Objekten oder vielmehr Gerätschaften bestehende Werkgruppe wurde bereits in 40 Ländern gezeigt und thematisiert Gewalt und Fremdenhass.

Weitere Informationen: www.museum-schwerin.de, www.kunsthallerostock.de

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