27. Mrz 2014 | Nr. 30/14 | Kategorie: 06 Landurlaub

Lewitz: Wiesen bis zum Horizont

Lewitz-Kieker (Foto: TMV/foto@andreasduerst.de

Lewitz-Kieker (Foto: TMV/foto@andreasduerst.de

Landschaftsparadies südwestlich von Schwerin

Im Südwesten der Landeshauptstadt Schwerin schlummert seit Jahrhunderten ein Juwel still und friedlich vor sich hin, das so gut wie unberührt und selbst vielen Mecklenburg-Kennern (noch) kein Begriff ist: die Lewitz. Ein kleines Landschaftsparadies mit Wäldern, Mooren, Teichen, Kanälen und vor allem Wiesen, soweit das Auge reicht. Ein großes Dorado folglich für Naturliebhaber, allen voran Ornithologen, denen „Jagdglück“ in Gestalt von See- und Fischadlern, Silberreihern, Kiebitzen, Eisvögeln und allerlei anderen gefiederten Schönheiten winkt – vorausgesetzt, sie vertrauen sich einem Profi wie Lewitz-Ranger Ralf Ottmann an. Mit dem nostalgisch-rustikalen Lewitz-Kieker „Albert“, einem Ausflugsschiff, dann höchst gemächlich durch schnurgerade Kanäle zu schippern und Tiere zu gucken, ist fast folgerichtig das wohl größte touristische Tagestour-Vergnügen in der Lewitz. Aber auch in der Fass-Sauna auf Rädern mitten in der Natur wandermüde Muskeln wieder auf Trab zu bringen, hat durchaus seinen Reiz.

Neben Natur- und Aktivtourismus und entsprechenden Angeboten für Radler und Wanderer hat sich das Lewitzer Netzwerk insbesondere die Bewahrung und Pflege der ländlichen Kultur auf die Fahnen geschrieben. So lässt sich in 17 typisch mecklenburgischen Dörfern mit zahlreichen slawischen Denkmälern und mittelalterlichen Kirchen allerlei erfahren über Kultur und Brauchtum. Im Störtal-Museum des Vorzeigedorfs Banzkow etwa, wo „die gute alte Zeit“ eindrucksvoll weiterlebt. Oder auf dem Pingelhof in Alt Damerow, wo man zwischen Mühlrad und Schmiede altes Handwerk bestaunen oder sogar Plattdeutsch lernen kann. Das wiederum könnte gut helfen, wenn man irgendwann bei Nacht und Nebel eine „weiße Frau“ trifft, die im reichhaltigen Märchen-, Sagen- und Spuk-Kanon der Lewitz neben Teufeln, Hexen und Drachen eine unheimliche Hauptrolle spielt.

Nicht zu vergessen die großen Feste, die jedes Jahr in der Lewitz gefeiert werden: Das Mittelalterspektakel an und auf der Burg Neustadt-Glewe, wenn Ende Mai/Anfang Juni sage und schreibe 600 Ritter, Gaukler und anderes fahrendes Volk sein zügelloses Allotria treibt. Das Holzfest am Jagdschloss Friedrichsmoor, wo Jagdhornbläser, Falkner, Drechsler und Tierpräparatoren im September ihre Künste zeigen. Die Karpfenernte im November, wenn die Teiche abgefischt und die Jungtiere in Spezialbehälter umgefüllt werden. Und ganz besonders intensiv das festliche Hohelied auf die Kartoffel, das mit den Lewitzer „Tüffelwochen“ gleich den ganzen Oktober über gesungen wird. Mit der putzigen Banzkower Kartoffelmaus gibt es dabei sogar ein eigenes Maskottchen, das dann in voller Montur und aus Leibeskräften die Maus rauslässt. Was immer das heißen mag.

www.die-lewitz.de

Fotos unter:  http://dl.tmv.de/Pressefotos-Lewitz-Region.zip


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