13. Mrz 2014 | Nr. 28/14 | Kategorie: Romantik

Drei Freunde – Die Romantiker Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Friedrich August von Klinkowström

"Ruine im Riesengebirge" von Caspar David Friedrich, Foto: Pommersches Landesmuseum

"Ruine im Riesengebirge" von Caspar David Friedrich, Foto: Pommersches Landesmuseum

Die Liebe zur ursprünglich schönen Landschaft im Norden Mecklenburgs und Pommerns faszinierte und einte die Romantiker Friedrich, Runge, Klinkowström, Kersting, Dahl und Carus

Die Wege der Romantiker Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und Friedrich August von Klinkowström, die eng mit der romantischen Malerei verknüpft waren, kreuzten sich mehrfach. Obwohl ihre Lebensziele recht unterschiedlich waren, verband die drei Frühromantiker die Liebe zur Kunst und zur Landschaft im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

Als bedeutender Landschaftsmaler seiner Zeit ist Caspar David Friedrich ohne Frage der weltweit berühmteste unter diesem in Schwedisch-Pommern groß gewordenen Dreigestirn. 1774 in Greifswald geboren, trennen ihn nur wenige Jahre von Runge (geboren 1777) und Klinkowström (geboren 1778). Nahezu gleich alt strebten alle drei entgegen der Wünsche ihrer Väter eine künstlerische Laufbahn an und hatten, jeder auf seine Weise, Schicksalschläge zu verkraften.

Caspar David Friedrich war das sechste von zehn Kindern des Seifensieders und Lichtgießers Adolph Gottlieb Friedrich. Der erfolgreiche Geschäftsmann erzieht seine Kinder streng. Als Caspar David Friedrich sieben Jahre alt ist, stirbt seine Mutter, später zwei seiner Schwestern. Sein jüngerer Bruder Christoffer, der ihn beim Schlittschuhlaufen vor dem Ertrinken rettet, kommt dabei selbst ums Leben. Mit 16 erhält Caspar David Friedrich Zeichenunterricht bei Johann Gottfried Quistorp und beginnt vier Jahre später ein Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen.

Auch Philipp Otto Runge zog es nach Kopenhagen auf die Akademie. Als Sohn eines Wolgaster Kaufmanns und Reeders war auch ihm vorbestimmt, in das väterliche Geschäft einzusteigen. Doch dem schon in früher Kindheit an Tuberkulose erkrankten Runge, gelang es, seinen Vater umzustimmen. Doch als Runge in Kopenhagen ankam, hatte Friedrich die Akademie schon wieder in Richtung Dresden verlassen. Dort war er endlich in einem Künstlerkreis angekommen, der wie er die strengen Regeln des Neoklassizismus durchbrach. 1801 kommt auch Runge nach Dresden. Im Unterschied zu Caspar David Friedrich spielen in seinen Bildern nicht Landschaften, sondern Menschen die Hauptrolle. Doch beide fanden im künstlerischen Austausch Anregung und wurden Freunde.

Als Caspar David Friedrich 1802 nach einem längeren Aufenthalt in Greifswald wieder nach Dresden zurückkehrte, brachte er mit Friedrich August von Klinkowström den Dritten im Bunde mit. Dem in Ludwigsburg geborenen Klinkowström war als Sohn eines Oberstleutnants eine militärische Laufbahn zugedacht, die er aber abbrach, um sich seinen künstlerischen Neigungen zu widmen. Klinkowström schloss in Dresden auch Freundschaft mit Runge, die lebenslang bestand. Alle drei zog es immer wieder in ihre Heimat zurück. Ihren Spuren kann man zum Beispiel im teilweise erhaltenen Geburtshaus Friedrichs, in dem sich heute das Caspar-David-Friedrich-Zentrum befindet, im Wolgaster Runge-Haus oder in Klinkowströms Schloss Ludwigsburg in der Nähe von Greifswald folgen.

Romantiker wie Georg Friedrich Kersting, dessen Geburtshaus in Güstrow steht, und die in die Region reisenden Künstler Johan Christian Clausen Dahl aus Norwegen und Carl Gustav Carus aus Leipzig einte die Faszination der ursprünglichen, natürlich romantischen Landschaft des Nordens in Pommern und Mecklenburg, die sie in ihren Werken weltberühmt machten und in der man bis heute vielerorts ihre Spuren entdeckt.

Weitere Informationen: www.natuerlich-romantisch.de


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