09. Dez 2011 | Nr. 142/11 | Kategorie: 15 Wellness

Wo die Seele lächelt

Blick auf das Hotel Gutshaus Stellshagen (Foto: Klehn)

Blick auf das Hotel Gutshaus Stellshagen (Foto: Klehn)

Im Gutshaus Stellshagen macht die Zeit Pause – ein Erfahrungsbericht der Journalistin Helga Klehn

Einen Tag raus, runtertouren, wohlfühlen – ich stecke dann meist eine Thermoskanne Tee und ein Buch in meinen Rucksack, fahre mit dem Rad an die Ostseeküste und steuere auf dem Heimweg eine Sauna an. Aber warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Eine Hamburger Freundin hatte mir einen Tipp gegeben: Hotel Gutshaus Stellshagen.
Der kleine Ort in Nordwestmecklenburg liegt auf halbem Weg zwischen Lübeck und Wismar. A 20, Abfahrt Grevesmühlen, weiter in Richtung Boltenhagen – auch ohne Navi ist der Weg nach Stellshagen leicht zu finden. Ich muss trotzdem eine Pause machen, genieße Farben und Landschaft. Langsam reißt der Morgennebel auf. Die Natur ist der beste Designer.
Von Stellshagen bis zum Ostseestrand in Boltenhagen sind es 11 Kilometer – gerade richtig für eine Fahrradtour. Trotzdem: Meine geliebte Ostsee liegt nicht vor der Tür. Aber in Stellshagen gibt es ein Tao-Gesundheitszentrum. „Wenigstens mal einen Tag lang das übliche Einerlei vergessen, auf andere Gedanken kommen, sich nach innen wenden, sich selbst in den Mittelpunkt stellen und verwöhnen lassen. Schenken Sie sich doch einen solchen Tag …!“, wirbt das Haus. Preise zwischen 125 und 190 Euro für einen Augen-Relax-Tag, einen Entschlackungstag, die Ayurveda-Tageskur oder einen Schönheits- und Pflegetag. Jedes Programm besteht aus jeweils zwei Behandlungen und kleinen Extras wie Tees oder Kosmetik, Nutzung von Saunahaus und Naturbadeteich inklusive. Ich entscheide mich für das Programm „Schietwedder-Tag“.
Freundlicher Empfang im 1925 erbauten Gutshaus. Ein Spaziergang unter alten Bäumen durch den Park und Kräutergarten, eine Runde um den Teich. Im Gelände verschiedene Häuser mit Gästezimmern und das Tao Gesundheitszentrum. Ich kuschle mich in den Bademantel. Bei einer Tasse Kräutertee warte ich am offenen Kaminfeuer auf die erste Entspannungsmassage. Der Tag nimmt seinen Lauf. Es ist sehr ruhig, obwohl eine ganze Reihe von jungen und älteren Gästen – wohl mehr Frauen als Männer und auch einige Kinder – diesen Aufenthalt mit mir teilen. Sie sind zum Mini-Urlaub oder auch nur zu einem Verwöhntag angereist.
Zum Mittag wird im Gutshaus Stellshagen vegetarisches Essen serviert – üppig auf einem Buffet angerichtet. Ich entscheide mich für Pastinaken-Ananas-Salat und Quinoa-Gemüsebällchen auf Wirsingsauce, dazu etwas Brot aus der Hofbäckerei. Köstlich. Alles 100 Prozent Bio-Qualität und vieles aus dem eigenen Bioland-Betrieb, dessen Felder rund um das Gut liegen. Nach dem Essen radle ich auf dem Leihfahrrad gut drei Kilometer zum Schloss Bothmer, der größten barocken Schlossanlage im Nordosten.
Am Nachmittag erwartet mich eine ayurvedische Yoga-Massage, eine besondere Kombination aus Massage mit Peeling und Dehnung. Meine Therapeutin versteht ihr Handwerk. Nach ihrer intensiven Behandlung – nicht ohne Zwicken und Zwacken – fühle ich mich ganz leicht und wohl.
Beim abschließenden Saunagang traf ich unter anderem ein Paar aus Berlin. Wieso sie nach Stellshagen gekommen seien? Ein Tipp ihrer Kinder. Und eine Dame aus Bremen meinte, wer einmal hier war, wird süchtig. Auch ich werde gerne wieder kommen und wohl vom Tagesprogramm zum Mini-Urlaub wechseln. Dann lasse ich das Auto stehen und nutze den Shuttleservice des Hotels vom Bahnhof Grevesmühlen.

Mehr Informationen unter: www.gutshaus-stellshagen.com

Helga Klehn

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