03. Nov 2010 | Nr. 163/10 | Kategorie: Pressemitteilungen

Landeswettbewerb startet: Barrierefreie Tourismusgemeinden gesucht

Angebote für Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser vernetzen

Mecklenburg-Vorpommern sucht die Tourismusgemeinde mit den besten barrierefreien Angeboten. Der Landestourismusverband hat dazu jetzt den 1. Landeswettbewerb „Tourismus für alle in Mecklenburg-Vorpommern“ gestartet. „Barrierefreien Angeboten gehört die Zukunft. Dabei gehen die Anforderungen deutlich über ein Bett zum Übernachten hinaus. Das größte Potenzial liegt in Orten, die verschiedene Bereiche vernetzen – von der Hotellerie über den Nahverkehr, die Baubranche und den Einzelhandel bis hin zu Kulturträgern“, sagte der Verbandsvorsitzende Mathias Löttge. Dies sei Ansatz des Wettbewerbes, der Impulse für den nur über Kooperationen erfolgreich zu bearbeitenden Bereich geben soll. „Barrierefreiheit wird im Tourismus immer stärker zu einem Qualitätskriterium, das über die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen mit entscheidet“, so Löttge weiter. Ralf Grabow, Vorsitzender des Vereins „Ohne Barrieren“, der Partner des Wettbewerbes ist, ergänzte: „Der Wettbewerb soll zeigen, wo Infrastruktur gut ist und wo Verbesserungspotenzial besteht. Er soll Kernorte des barrierefreien Tourismus aufzeigen, die in Zukunft koordiniert vermarktet werden können.“

Am Landeswettbewerb beteiligen können sich alle Städte und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns bis zum 28. Februar 2011, die mindestens einen Übernachtungsbetrieb aufweisen, der für Menschen mit Behinderungen geeignet ist. Zunächst ist ein mehrseitiger Fragebogen auszufüllen, über den die kommunalen Strukturen für Barrierefreiheit erhoben werden sowie alle Bereiche der touristischen Service-Kette von der Information über die Buchung und die An- und Abreise bis hin zu Freizeitaktivitäten. Anschließend prüfen Vertreter der 13-köpfigen Wettbewerbskommission aus Tourismus- und Behindertenverbänden die Angebote vor Ort. Am 5. Mai 2011 – dem Europäischen Aktionstag zur Gleichstellung behinderter Menschen – wird das Ergebnis am Siegerort der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle Orte, die mindestens sechzig Prozent der festgelegten Kriterien erfüllen, schließen den Wettbewerb mit dem Qualitätszertifikat Barrierefreier Tourismus (QMB) ab. Dieses für drei Jahre verliehene Siegel tragen bislang 40 touristische Unternehmen im Land; im Zuge des Wettbewerbes wird es auf Kommunen ausgeweitet (www.qualitaetskontor.de). Der Gewinnergemeinde winken darüber hinaus Werbeleistungen im Wert eines fünfstelligen Betrages, darunter ein Informationsvideo, Messebeteiligungen und Darstellungen in touristischen Katalogen und Internetpräsenzen.

In einem zweiten Wettbewerbsstrang wird neben einer Gemeinde das innovativste touristische Angebot bzw. die kreativste Idee in diesem Bereich ausgezeichnet. An dem so genannten Innovationsteil des Wettbewerbes können Unternehmen und Institutionen teilnehmen, die Produkte mindestens bis zur Marktreife entwickelt haben bzw. diese bereits erfolgreich platziert haben. Auch der Sieger im Innovationswettbewerb darf sich über Marketingleistungen freuen.

Nachfrage steigt – Angebot muss nachziehen
Die Nachfrage nach barrierefreien Angeboten bzw. nach Produkten für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten infolge des immer höheren Lebensalters weiter steigen. Zur Zielgruppe zählen nicht nur die rund neun Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland, sondern auch ältere oder erkrankte Menschen, Familien mit Kindern oder Schwangere. Experten gehen von insgesamt 20 Millionen Menschen aus, für die barrierefreie touristische Angebote interessant sein könnten – dies entspricht ungefähr jedem vierten Deutschen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat vor zwei Jahren die groß angelegte Studie „Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für Alle“ vorgestellt. Danach fehlt es in Deutschland an vernetzten Angeboten sowie vielerorts an einer nachhaltigen strategischen Planung. „Angesichts eines Volumens von gegenwärtig fünf Millionen längeren und 4,7 Millionen kürzeren Urlaubsreisen sowie eines Umsatzpotenzials von fünf Milliarden Euro pro Jahr, ist die Situation nicht zufriedenstellend“, erklärte Mathias Löttge. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Zahl der angebotenen Betten in dem Segment derzeit bei rund 1.500. Der Nordosten belegt als Ziel für Haupturlaubsreisen mobilitätseingeschränkter Menschen nach Bayern und Schleswig-Holstein den dritten Platz. Inzwischen sind rund 60 Prozent der Erlebnisbäder, 40 Prozent der Museen, 95 Prozent der Naturinformationszentren sowie 70 Prozent der Touristinfos mit oder ohne Unterstützung nutzbar. 2008 wurde vom Tourismusverband das Qualitätsmanagement Barrierefreier Tourismus etabliert, 2009 die „Servicezentrale Tourismus für alle“ mit drei Mitarbeitern eingerichtet, die das touristische Marketing und die Angebotsqualität koordiniert.

Wettbewerbsunterlagen: www.tmv.de/urlaub-fuer-alle

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