26. Okt 2010 | Nr. 157/10 | Kategorie: Genuss und Kultur

Bio-Boom in Mecklenburg-Vorpommern

Regional ist erste Wahl: Unter dieses Motto hat das Seehotel “Großherzog von Mecklenburg” in Boltenhagen seine neue Bio-Speisekarte gestellt, auf der alle Gerichte zu 100 Prozent “Bio” sind. Das Restaurant ist eines von zahlreichen Hotels, Restaurants und Cafés im Nordosten, in denen der Trend  gelebt wird. So haben Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen die Qual der Wahl, wenn es um Bio-Essen geht: “Du bist, wie Du isst”, lautet etwa das kulinarische Motto im Restaurant “Meersalz” in Binz. Das dahinter stehende Ernährungskonzept trägt den Namen “Bio-Gustogenese”, wobei “Bio”  für 100 Prozent biologisch erzeugte Lebensmittel steht, “Gusto” für Genuss und kulinarische Klasse und “Genese” für Heilung und Gesundheit. Als rustikal ländlich beschreibt Chefkoch Dirk Auzinger vom Restaurant des Bio-Landhotels “Zur Scheune” in Bollewick in der Mecklenburgischen Seenplatte seine Küche. Hier stehen verblüffenderweise Schnitzel und Sauerkraut auf der Speisekarte. Jedoch sind alle Speisen “100 Prozent Bio”, und damit auch frei von Farb- und Konservierungsstoffen. Die Zutaten kommen größtenteils aus Mecklenburg-Vorpommern: Fisch aus Malchin, Obst und Gemüse aus Rostock und Neustrelitz und Milch aus Upahl. Etwas weiter nördlich, direkt am Borner Hafen auf dem Darß mit Blick auf den Bodden, befindet sich das “Walfischhaus”. Hier kommt auf den Teller, was die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu bieten hat: frischer Fisch aus Bodden und Ostsee, saftiges Rindfleisch vom Darß sowie Geflügel und vegetarische Gerichte mit Getreide und Hülsenfrüchten. Für Allergiker besteht auch die Möglichkeit, tiereiweißfreie, fettarme oder glutenfreie Gerichte zu bestellen.

Zu den Anbietern von Bio-Produkten gesellen sich auch immer mehr Bio-Lieferanten wie der “BioHof & Ölmühle Sander” aus Tarnow, der beispielsweise das Blaumohnöl für Speisen liefert, der Kräutergarten “Pommerland” in Pulow, der handgepflückte Tees anbietet oder der Hof Medewege, der alte Kulturpflanzen züchtet wie zum Beispiel den Baumspinat. Auf dem Landwerthof Stahlbrode zwischen Stralsund und Greifswald vereinen sich in herrlicher Boddenlandschaft Erzeuger vorpommerscher Spezialitäten. Zu den Schwerpunkten gehören die Rinder- und Schweinehaltung, die handwerkliche Metzgerei, das Erdreifegewölbe, die Feinkostmanufaktur, ein Restaurant, die Kaffeerösterei und ein Hofladen. Informationen zur Gastronomie, zu Führungen, Veranstaltungen: www.landwert.de, www.kraeutergarten-pommerland.de, www.sanderland.de

Unter dem Namen „ländlichfein“ haben sich etwa 20 Produzenten, Vermarkter von Biolebensmitteln und Gastronomen zu einer Initiative zusammengefunden, deren Ziel es ist, den Kunden im Restaurant einen „ehrlichen regionalen Genuss“ zu bieten. Darüber hinaus geht es um den fairen Umgang mit Natur und Landschaft sowie zwischen Gastronomen und Erzeugern. Weitere Informationen: www.laendlichfein.de

Foto: Frühstück auf dem Lande (TV FDZ/TP)

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