15. Sep 2010 | Nr. 133/10 | Kategorie: Pressemitteilungen

Löttge kritisiert Pläne zur Streichung von IC-Verbindungen

Präsident des Tourismusverbandes regt Kreativität statt Kürzungen an

Der Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Löttge, hat die Pläne der Deutschen Bahn AG kritisiert, die Zahl der Zugverbindungen zwischen Berlin und den Hansestädten Greifswald und Stralsund ab Dezember von fünf auf zwei Intercitys zu reduzieren. „Vor allem im Sommerhalbjahr ist Stralsund ein Knotenpunkt für Reisende sowohl nach Rügen als auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, und gerade im Raum Berlin gibt es viele Urlaubsgäste, die mit dem Zug anreisen und dies auch in Zukunft tun wollen“, warb er für eine differenzierte Bewertung der Kundenpotenziale. „Wenn die Auslastung in einigen Monaten deutlich schwächer ist als in anderen, kann eine saisonale Verringerung der Zugtakte oder auch der Wagenanzahl nachvollziehbar sein, eine komplette Streichung aber nicht“, so Löttge. Aus touristischer Sicht würde diese vor allem Nachteile für Ältere, Menschen mit Behinderungen und Familien nach sich ziehen. „Diese Gruppen haben aber einen hohen Anteil an den Gästen in Mecklenburg-Vorpommern.“

Löttge forderte von der Bahn, die Entscheidung zu überdenken und bot ein Gespräch über Urlauberströme sowie über Potenziale für touristische Kooperationen und Netzwerke an, mit denen die Bekanntheit der Verbindung zwischen Berlin und Stralsund gesteigert und die Auslastung der Züge gesichert werden kann. „Es gibt im Raum Stralsund, Fischland-Darß-Zingst und Rügen viele starke Einrichtungen und Unternehmen, die einer stärkeren Zusammenarbeit mit der Bahn gegenüber aufgeschlossen wären. Kreativ zu werden ist besser als zu kürzen“, sagte er. Andernfalls nehme die Bahn neben dem Bedeutungsverlust gegenüber anderen Verkehrsmitteln auch einen weiteren Verlust im Ansehen der Einheimischen und der Gäste Mecklenburg-Vorpommerns in Kauf. Löttge: „Dies wäre absolut nicht im Sinne des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, der auch vom Gedanken der Umweltfreundlichkeit und der intakten Natur lebt.“ Bedauernswert seien die Pläne schließlich auch deshalb, weil Mecklenburg-Vorpommern nach der letzten Gästebefragung bei der Bewertung des öffentlichen Verkehrs mit der Durchschnittsnote 2,2 deutlich besser abgeschnitten hatte als in den Vorjahren. „Hier hatte das Bemühen um die bessere Anbindung per Flugzeug, Auto und per Bahn gerade erste Früchte getragen“, so Löttge abschließend.


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