08. Sep 2010 | Nr. 128/10 | Kategorie: Pressemitteilungen

Entdeckungen vom 10. bis 16. September

10. September: Küstenhochmoor Graal Müritz

Graal Müritz feiert „Fest der Moorgeister“ vom 10. bis 12. September

Seltene Pflanzen wie den Sonnentau und den Gagelstrauch können Besucher des Ostseebades Graal-Müritz entdecken, wenn sie das 275 Hektar große Küstenhochmoor direkt hinter dem feinen Sandstrand erkunden. Die direkte Küstenlage und die völlig intakte natürliche Vegetation machen das seit 1935 unter Schutz stehende Areal so einzigartig. Auf den Flächen, wo heute der Schwingrasen üppig wächst, wurde vor 300 bis 400 Jahren Torf abgebaut. Später lief das Gebiet voll Wasser. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Pflanzendecke von den Seiten wieder zu, so dass ein so genanntes Schwingmoor entstand. Besucher, die in dieser Jahreszeit – per Fahrrad oder zu Fuß – das Küstenhochmoor erkunden, können neben Ringelnattern und Eidechsen auch Heidekraut, die rosafarben blühende Glockenheide und Moosbeeren entdecken.

Vom 10. bis 12. September feiert Graal-Müritz das 10. Fest der Moorgeister mit dem „Murmann“, dem guten Moorgeist, einer Feuershow und Gruselwanderungen. Geführte Wanderungen durch die Sumpflandschaft bietet darüber hinaus die Tourismus- und Kur GmbH Graal Müritz an. Die zwei- bis zweieinhalbstündigen Exkursionen starten dienstags um 10.00 Uhr und freitags um 14.30 Uhr am Caféstübchen Witt.

http://ww.graal-mueritz.de, www.ribnitz-damgarten.de

Foto: Stadt Ribnitz-Damgarten

11. September: Hohes Ufer zwischen Wustrow und Ahrenshoop

Strand wird zur Konzertkulisse am 11. September

3,2 Kilometer lang und 16 Meter hoch ist das Hohe Ufer zwischen Wustrow und Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – eine Stauchendmoräne, entstanden durch das skandinavische Eis vor mehr als 10.000 Jahren und geformt durch die Meeresbrandung. Diese sorgt auch weiterhin für eine stetige Veränderung des sogenannten aktiven Kliffs. Bis zu fünf Meter kann der jährliche Küstenabbruch betragen. Bei einem Spaziergang unterhalb des Kliffs lassen sich im hohen Steilabbruch nistende Uferschwalben beobachten. Das Hochufer lädt zum Wandern per pedes oder per Rad ein, und bei klarem Wetter kann man von hier aus sogar das dänische Festland sehen. Der schmale Fußweg direkt an der Steilküste ist sehr abwechslungsreich. Er führt durch kleine Waldstücke, vorbei an Sanddornbüschen und Heckenrose, dem typischen Bewuchs des Landstrichs.

Auch Kulturliebhaber kommen am Hohen Ufer auf ihre Kosten. Im Rahmen der Konzertreihe „Naturklänge“ wird hier Musik mit Meerblick geboten. Am 11. September um 18.00 Uhr erwartet die Besucher „Pianorama“, ein Konzert für Klavier, Cello, Windharfe und Windorgel, bei dem neben Klassischem auch Jazz und Weltmusik präsentiert werden. Die für diesen Ort konstruierte Windorgel wird dabei ebenso zu hören sein wie eine Windharfe.

Weitere Informationen: www.ostseebad-ahrenshoop.de

Foto: TMV

12. September: Schweriner Schloss

Hinter die Kulissen schauen: Tag der offenen Tür im Landtag am 12. September

Das Schweriner Schloss, der wohl schönste Landtagssitz Deutschlands, lädt am 12. September zu einer Zeitreise ein. Ab 10.00 Uhr können Besucher am „Tag des offenen Denkmals“ sonst nicht öffentlich zugängliche Bereiche des Landtages besichtigen, Debatten im Plenarsaal verfolgen, sich über die Arbeit der Fraktionen und der Fachausschüsse informieren und mit Abgeordneten diskutieren. Beim Rundgang durch die Parlamentsräume erfahren sie Interessantes über deren frühere und heutige Nutzung und gewinnen einen Eindruck über die Herausforderungen einer denkmalgerechten Sanierung im Einklang mit den Erfordernissen eines modernen Parlamentsbetriebes.

Bis1160 thronte auf der Insel im Schweriner See die Burg des Slawenfürsten Niklot. Nach dem Triumph Heinrichs des Löwen über die Obotriten bezog sie Heinrichs Statthalter Gunzelin von Hagen, bevor 1358 Nachfahren Niklots die Grafschaft Schwerin kauften. Als Herzöge bzw. Großherzöge von Mecklenburg residierten sie bis 1918 auf der Insel im Schweriner See. Zur Zeit der DDR wurden im Schloss über viele Jahre Kindergärtnerinnen ausgebildet. Seit 1990 hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hier seinen Sitz. Außerdem gehören das Schlossmuseum mit den historischen Wohn- und Festräumen, die Schlosskirche und die Gastronomie zum Schloss-Ensemble.

Das Schweriner Schloss gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des Historismus in Europa. Mit seinen unzähligen Türmen, Schornsteinen, Zinnen und Spitzen sieht es aus wie ein Märchenschloss und wird gern als „Neuschwanstein des Nordens“ bezeichnet. Seine heutige Gestalt erhielt es durch einen kompletten Neu- und Umbau Mitte des 19. Jahrhunderts.

Foto: Schweriner Schloss spiegelt sich im Schweriner See (Jörn Lehmann)

13. September: Kaleidoskop der Stilelemente: Baukunst in den „3 Kaiserbädern“

„Woche der Bäderarchitektur“ vom 12. bis 19. September 2010

Typisch für die Architektur der „3 Kaiserbäder“ auf der Insel Usedom ist die Vielfalt der Gestaltungselemente unterschiedlicher Epochen. Filigran anmutende Hotels, Villen oder Kurhäuser entlang der mit achteinhalb Kilometern längsten Promenade Europas entstanden im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Zunächst waren es einfache Pensionshäuser mit vorgesetzten Balkons oder Veranden, in denen insbesondere wohlhabende Berliner Gäste ihre Sommerfrische verbrachten. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kamen später mehrgeschossige Villen mit Erkern und Türmchen hinzu. Oft dominieren große Rundbogen- oder Rechteckfenster, flankiert von Halbsäulen oder Pilastern und nicht selten mit Jugendstilornamenten verziert. Auch die Seebrücken in Heringsdorf und Ahlbeck zählen mit ihren pavillonartigen Aufbauten zu den Kleinoden der Bäderarchitektur, die nicht nur Berliner Adel und Großbürgertum, sondern auch zahlreiche Künstler anzogen: Die Brüder Mann, Maxim Gorki, Leo Tolstoi, Johann Strauß oder Lyonel Feininger flanierten vorbei an beeindruckenden Villen der Gründerzeit und hielten den Geist eines goldenen Zeitalters in ihren Werken fest.

„In der Woche der Bäderarchitektur“ in den „3 Kaiserbädern“ vom 12. bis 19. September 2010 stehen die oft als „weiße Perlen“ bezeichneten Villen entlang der Promenaden im Mittelpunkt historischer Führungen, spezieller Museumsangebote und von Fachvorträgen.

www.usedom.de, www.baederarchitektur.de

Foto: Bäderarchitekturvilla Hintze in Heringsdorf (www.usedom.de)

14. September: Auf Pirsch im „Wildtierland“

Deutsche Wildtier Stiftung lädt zu Hirschtagen vom 5. bis 26. September ein

Im „Wildtierland“ Gut Klepelshagen, der Naturerlebnislandschaft der Deutschen Wildtier Stiftung östlich von Neubrandenburg, können Besucher den Artenreichtum der heimischen Flora und Fauna ganz ohne Zäune und Gehege bestaunen. In dem mehr als 2.000 Hektar großen Areal können Tierliebhaber von einem der Hochsitze unentdeckt nach Rothirsch, Reh, Sperber oder Storch Ausschau halten. Direkt an Dachs und Fuchs vorbei schlendern sie durch die Landschaft und entdecken das „Wildtierland“ auf speziellen Themenwegen auf eigene Faust. Auf Safaris, geführten Wanderungen oder in der „Botschaft der Wildtiere“, einem ehemaligen Kornspeicher, erweitern fachkundige Mitarbeiter gern den Wildtier-Horizont der Naturliebhaber. Im Herzen des Areals, im Tal der Hirsche, können die tierischen Bewohner mit großer Wahrscheinlichkeit beobachtet werden. Besonderes Erlebnis ist die Hirschbrunft im September. Vom 5. bis 26. September 2010 lädt das „Wildtierland“ zu den Hirschtagen mit Ansitzen, Pirsch oder Streuobstwiesenfest. www.wildtierland.de

Foto: Rotwild im „Wildtierland“ (Deutsche Wildtier Stiftung/T. Martin)

15. September: Astronomische Uhr in der St. Marienkirche zu Rostock

Berühmter Apostelumgang kann täglich um 12.00 Uhr bestaunt werden

Sie ist die älteste mit Originalteilen funktionierende astronomische Uhr in Norddeutschland. Der Uhrmacher Hans Düringer schuf die Astronomische Uhr für die St.-Marien-Kirche in Rostock im Jahr 1472, mit einem Hauptuhrwerk, einer Stundenglocke und einem Kalenderwerk. Bei einem Umbau während des 30-jährigen Krieges im Jahr 1642 wurde die Uhr erweitert. Hinzu kamen Glockenspiel und Apostelumgang sowie das kunstvolle Renaissancegehäuse. Die Uhr wird täglich per Hand aufgezogen. Das Glockenspiel mit wählbaren Chorälen ertönt zu jeder vollen Stunde, der berühmte Apostelumgang im oberen Teil der Uhr kann zur 12. Stunde bestaunt werden. Das große Ziffernblatt im mittleren Teil hat eine 24-Stundenteilung. Neben der Mondphase und der Stellung von Mond und Sonne im Tierkreis wird noch ein Bauernkalender angezeigt. Im unteren Kalendarium können der Wochentag, das Datum, der Monat, der Sonnenaufgang und die Länge von Tag und Nacht abgelesen werden. Neben weiteren antiken Kalenderdaten, wie beispielsweise der Römerzinszahl, sind christliche Termine, wie das Osterdatum, der Zeitraum zwischen Weihnachten und Fastenzeit, sowie der Name des Tagesheiligen ablesbar. Das Kalendarium der Uhr reicht bis in das Jahr 2017. Die nächste, die fünfte Beschriftung, wird ab dann wieder 133 Jahre lang die korrekten Kalenderdaten anzeigen. Von Montag bis Samstag kann man sich um 11.00 Uhr bei einer Führung in der Marienkirche, dem größten Gotteshaus der Hansestadt am Neuen Markt, auch die Besonderheiten der Astronomischen Uhr erklären lassen.

www.marienkirche-rostock.de, www.astronomischeuhr.de

Foto: Astronomische Uhr in der Rostocker Marienkirche (Berthold Brinkmann)

16. September: Technisches Denkmal Ziegelei Benzin

Jedermann-Radrennen an der Lehm- und Backsteinstraße am 19. September

Wo einst mehr als eine Million Ziegel pro Jahr gebrannt wurden, kommen heute zwar nicht eine Million Besucher pro Jahr, aber doch viele Tausend, die sich über die für Mecklenburg-Vorpommern typische Herstellung von Backsteinen informieren wollen. Die 1907/08 aufgrund der Tonvorkommen in der Region errichtete Ziegelei Benzin nahe der vor allem für ihr Bier bekannten Kleinstadt Lübz ist heute Technisches Denkmal und Museum. Nachdem die Produktion in dieser einzigen öffentlich zugänglichen Ringofenziegelei Mecklenburg-Vorpommerns 1990 auslief, wurde die Anlage ab Mitte der 90er-Jahre instand gesetzt und für Besucher geöffnet. Neben Einblicken in die in weiten Teilen funktionsfähige Technik mit Ziegelpresse und Ringofen können Besucher hier selbst Ziegel streichen und so alte Handwerkskunst erleben. Seit 2006 verkehrt auf dem Gelände zudem eine Parkeisenbahn mit einer Diesellok von 1955 und umgebauten Loren, die um die wildromantische frühere Tongrube fährt, die heute als See erscheint. Im Museumsshop sind keramische Produkte aus eigener Herstellung und Informationen zu den Ausflugszielen an der Lehm- und Backsteinstraße erhältlich. Im September lädt die Ziegelei unter anderem zum Tag des Offenen Denkmals (12. September), zur Aktion „Zeit für Familie“ mit vielen Sonderangeboten (18.-26. September) und zum Jedermann-Radrennen an der Lehm- und Backsteinstraße (19. September) ein.

Weitere Informationen: www.ziegelei-benzin.de, www.lehm-backsteinstrasse.de

Foto: Ziegelei Benzin


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