01. Sep 2010 | Nr. 123/2010 | Kategorie: Pressemitteilungen

Entdeckungen vom 3. bis 9. September

3. September: Dorfkirche in Lübow

Konzert der Rostocker Jugendkantorei am 17. September

Fachleute sind uneins, wenn es darum geht, die älteste Dorfkirche des Landes zu bestimmen. Zweifelsfrei gehört die Kirche in Lübow bei Dorf Mecklenburg zu den ältesten. Chor uns Apsis der im romanischen Stil erbauten Kirche entstanden um 1200 und sind damit die ältesten Teile eines Mecklenburger Gotteshauses. Die Lübower Kirche, so nimmt man an, wurde als Hofkirche derer von „Mykelburg“ gebaut, die ihren Stammsitz im heutigen Dorf Mecklenburg hatten und dem Land ihren Namen gaben. Sie war als dreischiffige Basilika geplant. Als dann aber die „Mecklenburger“ ihren Sitz nach Schwerin verlegten und die Kassen leerer wurden, blieb es bei einer einschiffigen Basilika. Die Kirche verfügt dennoch über eine reiche historische Ausstattung. Dazu zählen unter anderem die beidseitig bemalte Tür des Sakramentsschrankes aus der ersten Hälfe des 14. Jahrhunderts und der spätbarocke Taufengel, der im Jahr 2006 aufwändig restauriert wurde. Der Turmraum ist in den Sommermonaten täglich geöffnet. Übers Jahr finden verschiedene Konzerte statt. So steht beispielsweise am 17. September um 19.30 Uhr ein Gastspiel der Rostocker Jugendkantorei auf dem Programm.

Weitere Informationen: www.kirchenkreis-wismar.de

Foto: Dorfkirche Lübow

4. September: Ehemaliges Kloster Sonnenkamp

 Volles Geläut für Neukloster

Östlich von Wismar am Neuklostersee liegt die Stadt Neukloster. Vom ehemaligen Benediktinerkloster, das 1219 unter dem Namen Campus Solis dort gegründet wurde, sind nur noch die Klosterkirche, der Glockenturm und das Propsteigebäude erhalten. Das Kloster wurde im Jahre 1555 im Zuge der Reformation säkularisiert. Anschließend sind große Teile des Geländes verfallen. Ein Besuch der Klosterkirche aber ist noch heute lohnenswert. Hier finden Besucher einige der ältesten Glasmalereien Norddeutschlands. Sie entstanden um 1250, zeigen verschiedene Heilige und befinden sich in der Dreierfenstergruppe des Chores. Im Klostergarten, der dem im schweizerischen St. Gallen nachempfunden ist, wachsen verschiedene Kräuter. Der Marienaltar wurde um 1500 von einem unbekannten Meister geschaffen. Die geschnitzte Predella besteht aus Teilen eines anderen Altars und ist deutlich älter (um 1420). Darauf sind Szenen und Heiligenfiguren dargestellt. Zur Klosterkirche gehört auch ein Glockenturm, der Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und ursprünglich ein dreifaches Geläut besaß. Eine Glocke ging im Zweiten Weltkrieg verloren, wurde aber im Mai 2002 neu gegossen, sodass Neukloster nun wieder ein volles Geläut hat. Am 12. September sind das ehemalige Klostergelände sowie der Glockenturm im Rahmen des Tages des offenen Denkmals zugänglich.

Weitere Informationen: www.neukloster-kirche.de

Foto: Klosterkirche in Neukloster

5. September: Salzmuseum Bad Sülze

Dahlienfest am 4. und 5. September

Dem Salz auf der Spur: Im Salzmuseum in Bad Sülze lässt sich die Salinen- und Kurgeschichte des nordvorpommerschen Ortes nachempfinden. Gegründet wurde das Museum 1953 durch den Chefarzt des früheren Rheuma-Sanatoriums, Dr. Kurt Fuchs. Es befindet sich seit 1971 im früheren Amtshaus der Großherzoglichen Saline, dem „Alten Salzamt“, einem Fachwerkbau aus dem Jahre 1759. Anhand von anschaulichen Modellen, darunter der Nachbildung eines Gradierwerks, wird die Herstellung von Speisesalz dargestellt, wie sie In Bad Sülze bis 1906 stattgefunden hat: von der Sole- und Torfgewinnung – Torf wurde als Brennmaterial für den Siedvorgang zur Salzgewinnung eingesetzt – bis zur Abfuhr des Produkts durch die „Sülzer Salzfahrer“ in die Salzlager des Landes. Fotos und Dokumente vervollständigen die Exposition. Zudem wird im Salzmuseum die Kurgeschichte des Ortes präsentiert, die 1822 mit Solebädern im Blumenhaus des Oberamtmanns der Saline begann und bis heute fortgeführt wird. Im angrenzenden Kurpark blühen etwa 5.000 Dahlienstauden, die im Zentrum des Interesses des Dahlienfestes am 4. und 5. September stehen.

Weitere Informationen: www.badsuelze.de

Foto: Salzmuseum Bad Sülze

6. September: Pfarrkirche zu Rerik

Bunte Ausmalungen begeistern Besucher

Zu den Juwelen der Backsteingotik des Landes zählt die Pfarrkirche im Ostseebad Rerik, die zwischen 1250 und 1270 entstand. Vom Kirchturm aus genießen Besucher einen weiten Blick über Ostsee und das Salzhaff. Ins Auge fallen die bunten Ausmalungen, die sich über den gesamten Innenraum, angefangen vom Altarraum übers Hauptschiff, erstrecken. Der Kirchenmaler Hinrich Grewe fertigte diese 1668 an. Zwischen 1970 und 1976 wurde sein Werk freigelegt und restauriert. Sehenswert sind daneben die große Orgel mit 1.056 Pfeifen, der bis heute verwendete Taufengel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sowie eine vierteilige Sanduhr, anhand derer man die Predigtlänge messen konnte. Ganzjährig werden Kirchenführungen durch den Leiter des Heimatmuseums Rerik, Thomas Köhler, angeboten.

Weitere Informationen: www.rerik.de

Foto: Pfarrkirche Rerik/Thomas Köhler

7. September: Sternberger Stadtkirche

Fresko und Orgel sind Besuchermagnete

Zwischen Schwerin und Güstrow liegt das typisch mecklenburgische Sternberg, dessen ungewöhnlich große Stadtkirche allein schon einen Besuch lohnt. Sie verdankt ihre Größe dem mecklenburgischen Fürsten Heinrich II. Dieser begann nach einem Stadtbrand 1309 mit dem systematischen Aufbau der Stadt und mit dem Bau der repräsentativen Kirche. Ein Jahr später machte er Sternberg zu seiner Hauptresidenz. Sehenswert in der Sternberger Stadtkirche, einer dreihalligen Kirche, deren Seitenschiffe genauso hoch sind wie das Mittelschiff, ist ein Fresko in der Turmhalle. Es wurde 1896 vom Landschaftsmaler Fritz Greve angefertigt und zeigt eine Szene mit dem Titel „Landtag an der Sagsdorfer Brücke“ aus dem Jahr 1549, als die Reformation in Mecklenburg durchgesetzt wurde. Zudem zieht die pneumatische Walcker-Orgel viele Besucher in das Gotteshaus. Kirchenführungen werden jeweils freitags um 11.00 Uhr angeboten. Treffpunkt für die einstündigen Rundgänge ist der Kircheneingang. Turmbesichtigungen sind bis Ende September während der offenen Kirche von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und ab Oktober nach Absprache mit der Pastorin unter der Rufnummer 03847 2919 möglich.

Weitere Informationen: www.stadt-sternberg.de

Foto: Stadtkirche Sternberg/Eva Lagies

8. September: Dorfkirche in Hohen Viecheln

Stattliche Kirche ohne Turm

Geradezu stadtkirchliche Ausmaße besitzt die 33 Meter lange und zwölf Meter breite gotische Hallenkirche in Hohen Viecheln am Nordufer des Schweriner Sees, die um 1310 errichtet wurde. Das Dach war ursprünglich viel steiler und höher und im Osten leuchtete ein blendengeschmückter Giebel in die Ferne. Nach der Verwahrlosung im Dreißigjährigen Krieg und den Folgejahren, der auch etliche Glasfenster zum Opfer gefallen waren, wurde der Giebel kurz nach 1700 abgerissen und das Dachwerk erneuert. Eine durchgreifende Veränderung erfuhr die Kirche von 1858 bis 1862, als unter großherzoglichem Patronat der gesamte Bau instandgesetzt wurde. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Fenster neogotisch wiederhergestellt. Daneben wurden die Orgelempore errichtet, das Westportal erneuert und ein kleines Fenster eingefügt. So beeindruckend die Größe der Kirche ist, so auffallend ist auch ihre reiche Innenausstattung, angefangen bei der spätgotischen Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1500 in der Vorhalle über die Eichenholz-Skulpturen eines Diakons und eines Ritters aus dem 15. Jahrhundert bis hin zur Marienfigur aus dem Jahr 1311 mit Resten der ursprünglichen Farbfassung. Übrigens: Für diese Kirche war auch ein Turm geplant, zu dessen Fertigstellung es jedoch nie kam.

Weitere Informationen: www.kirche-hv.de

Foto: Verkehrsverein Schweriner See

9. September: Die romanische Dorfkirche Vietlübbe

 Kirchenkino am 10. September

Die spätromanische Dorfkirche in Vietlübbe bei Gadebusch aus dem frühen 13. Jahrhundert gilt als eines der ältesten Backsteingebäude Mecklenburg-Vorpommerns. Die Kirche beeindruckt durch eine Besonderheit: Der Grundriss steht auf einem gleichseitigen griechischen Kreuz. Orgel und Gestühl datieren um 1865, als die Kirche komplett saniert wuurde. Daneben können Besucher hier Fresken aus dem späten 13. Jahrhundert bestaunen. Auch ein Taufstein aus Gotland, ebenfalls aus dieser Zeit, gehört zum Inventar. Er kam über den Salzhandel nach Vietlübbe, als die Hansekoggen ein Gegengewicht für die Rückfahrt aus Schweden brauchten und unter anderem mit Steinen aus Gotland beladen wurden. Am 10. September wird in der Kirche zum Kirchenkino eingeladen. Gezeigt wird der Film „Emmas Glück“ aus dem Jahr 2006. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Weitere Informationen: www.kirche-vietluebbe.de

Foto: Dorfirche Vietlübbe


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