25. Aug 2010 | Nr. 121/2010 | Kategorie: Pressemitteilungen

Entdeckungen vom 27. August bis 2. September

27. August: Museum für Magie und Hexenverfolgung – Alte Burg Penzlin

Besuch im Hexenkeller

Besuchermagnet in der Kleinstadt Penzlin bei Neubrandenburg ist zweifelsohne die Alte Burg, deren Bau vermutlich um 1220 erfolgte und die sich unter anderem im Besitz der Familie von Maltzahn befand. Heute befindet sich hier das Museum für Magie und Hexenverfolgung. 4.000 Hexenprozesse sind laut Angaben des Museums für das Mecklenburg des 16. und 17. Jahrhunderts dokumentiert. Auf der Alten Burg Penzlin gab es zwei Verbrennungen. Bei regelmäßigen Führungen erfahren Gäste Wissenswertes und Kurioses zum Thema Hexenverfolgung. Die Rundgänge starten im Rittersaal, der zur damaligen Zeit als Gerichtssaal fungierte. Hier fanden die so genannten gütlichen Befragungen nach dem Hexendasein statt. Konnte den Beschuldigten kein Geständnis abgerungen werden, folgte die Befragung in der Folterkammer mit einer Tortur an Daumen- und Beinschrauben, Streckbank, Folterstuhl und Folterkreuz. Beim letzten kam das Feuer zum Einsatz, mit dessen Hilfe die Achselhöhlen der Angeklagte angebrannt wurden. Ein Geständnis durften die Frauen allerdings erst am dritten Tag ablegen, sodass sie das Prozedere mehrere Tage lang über sich ergehen lassen mussten. Eine weitere Station des Rundgangs sind die Verliese, kerkerähnliche Wandnischen, in denen die Frauen ausharren mussten. Den Abschluss der Führung bildet ein Besuch der Burgküche, auch Schwarzküche genannt, die sich in einer Art begehbarem Schornstein befindet. Übrigens: Wo früher Frauen verurteilt wurden, werden sie heute vermählt: Im Rittersaal befindet sich heute das Standesamt.

Weitere Informationen: www.penzlin.de

Foto: I. Kittner

28. August: Ehemaliges Zisterziensernonnenkloster Zarrentin

 Klostermarkt „Kunst und Werk“ am 28. und 29. August

Das Zisterzienser Nonnenkloster Zarrentin wurde 1246 von der Gräfin Audacia und ihrem Sohn, dem späteren Grafen Gunzelin III. von Schwerin, gegründet. Es befindet sich am Schaalsee und diente als „Jungfrauenkloster“ als Erziehungs- und Zufluchtsstätte für die Töchter der Grafen und Vasallen aus den benachbarten Grafschaften sowie für Lübecker Patrizierfamilien. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1552 aufgelöst. Danach wurde es unter anderem als Kornspeicher, Brauerei, Amtsgericht, Jugendherberge, Wohnhaus, Bibliothek und Heimatstube genutzt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde es umfangreich saniert und erstrahlt heute in neuem Glanz. Im Kreuzgang dokumentiert eine Dauerausstellung die Geschichte des Areals. Regelmäßige Führungen in Kloster und Kirche sollen den Besucher mit Details der historischen Entwicklung vertraut machen. Auch zahlreiche Veranstaltungen finden hier statt. Am 28. und 29. wird beispielsweise der Klostermarkt „Kunst und Werk“ veranstaltet. Dabei präsentieren rund 90 Aussteller aus neun Bundesländern ihre Produkte, angefangen bei Goldschmiedearbeiten über Porzellan bis hin zur Glasmalerei. Am Samstag ertönen zudem schottische Klänge der Dudelsack-Band „Clan MacLanborough Pipes and Drums“ zum Markttreiben.

Weitere Informationen: www.kloster-zarrentin.de

Foto: Klosterkirche Zarrentin

29. August: Darß-Museum in Prerow

Museumsfest am 29. August

Das Darß-Museum in Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zeigt kulturgeschichtliche, volkskundliche und naturkundliche Sammlungen der Region Fischland-Darß-Zingst. Schiffsmodelle, Bilder, nautisches Gerät sowie Mitbringsel aus England und Fernost zeugen von den wagemutigen Reisen der Seeleute, Darßer Haustüren und Giebelzierden von ihrer traditionellen Baukultur. Jährlich gibt es mehrere Sonderausstellungen zu Kunst und alter Kultur. Am 29. August sind Besucher zum Museumsfest eingeladen. Dabei werden alte Handwerkstechniken erklärt wie etwa das Buttern, Spinnen und Steinschleifen. Besucher dürfen sich auch selbst im Filzen und Töpfern probieren oder beim Hufbeschlag oder Schmieden zusehen. Der Borner Liedermacher Peter Eidam sorgt für die musikalische Untermalung des Festes. Zudem wird eine historische Nacht- und Unterwäschen-Modenschau präsentiert. Um 19.00 Uhr steht eine Kunstauktion mit Grafiken der Leipziger Schule und internationaler Künstler auf dem Programm.

Weitere Informationen: www.fischland-darss-zingst.de

Foto: Darß- Museum Prerow

30. August: 1.000 Jahre Mecklenburg – das Ludorfer Gutsensemble

Kleinod inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte entdecken

Am Westufer der Müritz liegt eines der ältesten Herrenhäuser Mecklenburgs: das Gutshaus Ludorf aus dem Jahr 1698, erbaut im Stile der dänischen Klinkerrenaissance. Zusammen mit der Ludorfer Oktogon-Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die der Grabeskirche von Jerusalem nachempfunden ist, dem frühmittelalterlichen Burgwall der Burg Morin, dem Wirtschaftshaus und dem Gutspark, der im Stile eines englischen Landschaftsparks angelegt wurde, begegnet dem Besucher hier ein typisch ostelbisches Gutsensemble. Das Wirtschaftshaus, auch Zinnenhaus genannt, beherbergt neben Hotelzimmern auch ein Gutsmuseum, das mit der „100 Gutshäuser Route“ die touristisch genutzten, aber auch die noch ruinösen Gutshäuser rund um die Müritz erlebbar macht. Das Gutshaus Ludorf wurde 1998/99 restauriert und beherbergt heute ein Romantik-Hotel. Das Hotel ist Müritz Nationalpark Partner und so stehen auch Arrangements mit Naturerlebnissen im Vordergrund. In diesen Tagen beginnt der Kranichzug und der Gast kann in den Arrangements „Natur pur“ oder „Kranichwoche“ dieses Naturschauspiel auf geführten Wanderungen miterleben. Außerdem führt der „Gutsherr“ im Rahmen dieser Arrangements jedes Wochenende kenntnisreich durch die über 1000-jährige Geschichte des Gutes Ludorf.

Weitere Informationen: www.gutshaus-ludorf.de

Foto: Gutshaus Ludorf

31. August: Heimatmuseum der Stadt Rerik

Ausstellung „Die Kraft der Farben“ öffnet am 5. September

In einem der ältesten Häuser des Ostseebades Rerik, dem bis 1940 als Schule genutzten Backsteinbau im Ortszentrum, ist seit 1957 das Heimatmuseum des Ortes untergebracht. Hier wird die Entwicklung Reriks ab 1820 dokumentiert. Besucher finden dort neben einer Fossiliensammlung auch Gebrauchsgegenstände aus der Ur- und Frühgeschichte, darunter Dolche, Meißel, Beile und Klingen. Zudem wird das Badeleben des Ortes anhand von alter Badebekleidung oder Strandutensilien wie beispielsweise dem Standstuhl präsentiert. Fischereigeräte wie der Aalstecher, ein forkenähnliches Gerät, der Aalkorb zum Aufbewahren der Fische sowie verschiedene Schiffmodelle und Hausrat des 19. und 20. Jahrhunderts ergänzen das Ausstellungsangebot. Am 5. September zeigt die aus der Nähe von Rerik stammende Eva Welk unter dem Titel „Die Kraft der Farben“ Öl- und Acrylmalerei.

Weitere Informationen: www.rerik.de

Foto: Heimatmuseum Rerik

1. September: Prora-Zentrum auf Rügen

Ausstellung zu Antisemitismus in der DDR öffnet am 1. September

Das Seebad Prora war ein zwischen 1935 und 1939 geplantes und zum Teil auch errichtetes Seebad auf Rügen. Nach seiner Fertigstellung sollten hier durch die Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Über Geschichte des 4,5 Kilometer langen Gebäudes, auch Koloss von Rügen genannt, informiert das Prora-Zentrum, das sich derzeit im Block 5 am Jugendzeltplatz befindet. Mit seiner historisch-politischen Bildungsarbeit wird das Prora-Zentrum auch die Jugendherberge Prora betreuen, die im kommenden Jahr eingeweiht wird. Das Prora-Zentrum führt Rundgänge durch das historische Gelände in Prora durch und geht dabei sowohl auf die NS- als auch die DDR-Geschichte, insbesondere auf die Geschichte der Bausoldaten in Prora, ein. Von April bis Oktober kann hier unter anderem die Dauerausstellung „Prora – mehr als nur ein schöner Strand“ besichtigt werden. Am 1. September öffnet die Ausstellung „Das hat’s bei uns nicht gegeben! Antisemitismus in der DDR“. Zum Thema recherchierten Jugendliche aus acht deutschen Städten. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung präsentiert.

Weitere Informationen: www.prora-zentrum.de

Foto: Franz Zadnicek

2. September: Kirchturm St. Marien mit Ausstellung zur Backsteinbaukunst in Wismar

Ziegelschaubrennen am 2. September

Der 80 Meter hohe Turm der Kirche St. Marien ist weithin sichtbares Wahrzeichen der Hansestadt Wismar. Bei regelmäßigen Turmführungen genießen Besucher einen imposanten Blick über die Stadt. Eine 3-D-Filmpräsentation zeigt die Entstehung und Techniken des gotischen Backsteinbaus. Dabei erklärt die Figur Bruno Backstein anschaulich für alle Altersgruppen den Weg vom Lehm, dem Baumaterial der Kirche, über das Brennen der geformten Ziegel bis hin zum Mauerwerksbau. Vor der St. Marienkirche können Besucher die Lehmziegel auch selbst formen. Im Rahmen des Internationalen Backsteinbaukunst-Kongresses am 2. und 3. September findet am 2. September ein öffentliches Ziegelschaubrennen an der Kirche statt. An dem Tag können Gäste selbst auch Ziegel im Bereich des ehemaligen Kirchenschiffes vermauern. Fachleute stehen ihnen dabei zur Seite.

Weitere Informationen: www.wismar.de

Foto: St. Marienkirche Wismar


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