24. Aug 2010 | Nr. 119/2010 | Kategorie: Pressemitteilungen

Zehn Millionen Übernachtungen in der Hauptsaison

Wirtschaftsminister, Tourismusverband und Dehoga schätzen Ergebnis im Juli und August als gut ein

Die Bilanz für die touristische Hauptsaison in Mecklenburg-Vorpommern fällt gut aus. „Nach einem schwierigen ersten Halbjahr hat die Branche dagegengehalten und im Juli und August gezeigt, wie leistungsfähig sie ist“, sagte Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes, am Dienstag in Schwerin. Nach Erkenntnissen aus Umfragen und Einschätzungen touristischer Leistungsträger sei für die beiden Ferienmonate mit insgesamt rund zehn Millionen Übernachtungen zu rechnen. „Das entspräche nicht nur dem Niveau der Hauptsaison im Ausnahmejahr 2009 sondern auch den in diesem Jahr zwischen Januar und Juni erreichten Übernachtungszahlen“, erklärte der Minister. Das Ergebnis im Juli und August relativiere damit das Minus bei Übernachtungen und Ankünften aus dem ersten Halbjahr von 6,3 Prozent. Laut Seidel sei jedoch damit zu rechnen, dass die Tourismusbranche das Jahr mit einem Minus von zwei bis drei Prozent gegenüber 2009 abschließt. „Damit lägen wir über dem guten Jahresergebnis 2008“, sagte Seidel.

Der Präsident des Tourismusverbandes, Mathias Löttge, sprach von zwei extremen Wettersituationen in der Hauptsaison. „Zusammen betrachtet haben die Hitze im Juli und die Nässe im August für einen Sommer mit normalen Tourismuszahlen gesorgt“, bilanzierte er. Uwe Barsewitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnete den Saisonverlauf als „typisch für unsere Region“. Die Unternehmen wüssten, dass sie das Wetter nicht beeinflussen könnten. „Deshalb müssen wir kreativ sein, um unsere Gäste in jeder Situation zufrieden zu stellen. Dieses Jahr hat gezeigt, dass unsere Branche dazu sehr gut in der Lage ist. Außerdem endet das Jahr erst am 31. Dezember. Bis dahin können wir noch einiges aufholen“, so Barsewitz.

Sommerurlaub in allen Regionen des Landes beliebt – Westmecklenburg ohne Buga-Faktor

Alle Regionen des Landes waren stark besucht, in einigen Orten war bisweilen kein freies Hotel- oder Pensionszimmer mehr zu bekommen. Speziell auf den Inseln und Halbinseln sowie in den Ostseebädern lag der Anteil der belegten Quartiere auch im feuchten August bei mehr als 80 Prozent und nicht selten auch bei mehr als 90 Prozent. Fischland-Darß-Zingst, Rügen, Usedom und die Mecklenburgische Ostseeküste samt der Insel Poel meldeten dem Tourismusverband sehr hohe Belegungsraten und vor allem im Juli viele kurzfristig Reisende. In der Mecklenburgischen Seenplatte waren die Kapazitäten zeitweise erschöpft. Eine Ausnahme in der Sommerbilanz bilden erwartungsgemäß Schwerin und Westmecklenburg, wo seit Mai der Vergleich mit den Zahlen aus dem Buga-Jahr geführt wird und seither das Vorjahresniveau nicht erreicht werden kann, zugleich aber die Zahlen von 2008 übertroffen werden. Im Campingbereich gelang es vor allem im Juli, einen Teil der Verluste aus dem ersten Halbjahr auszugleichen. „Erst ab Mitte August, als in den nord- und mitteldeutschen Bundesländern die Sommerferien endeten, gab es in einigen Regionen erste freie Kapazitäten in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen“, so Mathias Löttge. Er lobte in diesem Zusammenhang das große Engagement der Branchenmitarbeiter, kritisierte zugleich aber erneut die Festlegungen der Kultusministerkonferenz zur Verkleinerung des Korridors für die Sommerferien in Deutschland. Umfasse dieser im kommenden Jahr noch 81 Tage, seien es 2014 lediglich 73 Tage. Diese weitere Verkürzung der Saison führe zu Einbußen im Tourismus und zu noch mehr Gedränge und Stillstand auf den Straßen. Auch vor diesem Hintergrund bekräftigten Wirtschaftsministerium und Tourismusverband, Fluglinien aus wichtigen Herkunftsgebieten weiter durch Marketing in den entsprechenden Regionen unterstützen zu wollen.

Internationaler Tourismus legt wieder zu – Mehr Selbstbewusstsein in der Auslandsvermarktung

Anders als bei den Touristen aus Deutschland, ist die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste in Mecklenburg-Vorpommern in den ersten sechs Monaten und höchstwahrscheinlich auch in den Sommermonaten gestiegen. Im ersten Halbjahr betrug das Wachstum 3,0 Prozent bei knapp 300.000 gezählten Übernachtungen. Spürbar mehr Gäste wurden dabei aus der Schweiz, aus Österreich und nach Einbußen im Vorjahr auch wieder aus Schweden registriert. Jürgen Seidel kündigte eine Fortführung der Werbeaktivitäten vor allem in den Nachbarländern an. „Hier gibt es noch Wachstumsmöglichkeiten für den Tourismus.“ Der Minister verwies insbesondere auf die Rolle des Gastlandes, die Mecklenburg-Vorpommern als erste Region überhaupt beim diesjährigen Schweizer Medienball am 30. Oktober in Zürich einnimmt. „In der kommenden Messesaison wird Mecklenburg-Vorpommern das gestiegene Selbstbewusstein und die größere Bekanntheit mit eigenen Auftritten in der Schweiz, in den Niederlanden und in Schweden unterstreichen“, erklärte Seidel. Bislang war der Nordosten auf den Schlüsselmessen in Göteborg, Utrecht und Zürich unter dem Dach der Deutschen Zentrale für Tourismus präsent.

2011: Schwerpunktregionen im Westen und Süden Deutschlands

Die Schwerpunkte für Imagewerbung und Vermarktung im Inland liegen im kommenden Jahr im süddeutschen, südwestdeutschen und im westdeutschen Raum. So ist Mecklenburg-Vorpommern unter anderem zum ersten Mal Partnerregion bei der Messe „Reise + Camping Essen 2011“ in Nordrhein-Westfalen. Für das Frühjahr 2011 in Planung ist zudem erstmalig ein journalistischer Saisonauftakt, zu dem rund 50 Medienvertreter aus dem In- und Ausland nach Mecklenburg-Vorpommern eingeladen werden sollen. Auch in diesem Jahr wartet noch ein Höhepunkt: Ende Oktober stehen im Rahmen des 20. Jubiläums des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern eine Workshop-Woche mit acht Fachveranstaltungen zu Zukunftsthemen sowie eine große Festveranstaltung im Ostseebad Binz an.

Schlagwörter:

urlaubsnachrichten.de
Menü