25. Mrz 2010 | Nr. 49/10 | Kategorie: Pressemitteilungen

Kirchen und Klosterstätten als Kulturträger für Touristen sehr interessant

Verbandspräsident Löttge begrüßt zunehmende Öffnung gegenüber Urlaubsgästen

Der Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Löttge, hat vor dem zweitägigen Fachkongress „Kirche und Tourismus im Norden“ (24./25. März 2010) im Resort Land Fleesensee für eine weitere Hinwendung der Kirchen und Klosterstätten zu interessierten Touristen geworben: „Steine erzählen Geschichte, und die mehr als 1.000 großen sowie die vielen kleineren Kirchen im Land sind wesentliche Kulturträger und Überbringer von Geschichte und Geschichten“, sagte er. Über das Engagement vieler einzelner Menschen und mit Initiativen wie „Offene Kirchen“ sei die Brücke zu kulturinteressierten Reisenden in den vergangenen Jahren breiter geworden. „Speziell im touristischen Sommerhalbjahr sind die Kirchenpforten seltener verschlossen als vor einigen Jahren“, ergänzte Löttge.

Infolge der Studie „Kultur als touristische Attraktion“ der Universität Paderborn aus dem Jahr 2009 besucht die Hälfte der Deutschen im Urlaub Kirchen und Klöster. Mathias Löttge betonte, dass die Kirchen „kulturell und touristisch betrachtet“ mehr als Sakralgebäude seien und von gläubigen und nicht gläubigen Menschen auch als Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen wahrgenommen werden würden. In diesem Zusammenhang zeigte er sich über Nutzungsformen und Aktivitäten einiger Kirchgemeinden und Kirchgebäuden erfreut, die über den Gottesdienst hinausgehen und sich zugleich mit christlichen Werten und Grundsätzen vertragen. So stehe etwa im vorpommerschen Pantlitz eine Radfahrer-Kirche Radtouristen offen, die Kultur- und Wege-Kirche in Landow auf Rügen locke im Sommer mit einem interessanten Veranstaltungsprogramm, und Deutschlands einzige Hörspiel-Kirche in Federow im Müritz-Nationalpark ziehe jedes Jahr mehr als 10.000 Gäste an. Einige Gotteshäuser bieten darüber hinaus Urlauberseelsorge an und stehen Gästen als Gesprächspartner zur Verfügung. „Gerade dort, wo Kirchengebäude vor dem Verfall stehen oder wo Gottesdienste nur noch unregelmäßig und vor wenigen Gläubigen abgehalten werden, kann die Idee aufkommen, auf neuen Wegen wieder stärker Teil des Gemeinwesens und der Gesellschaft zu werden“, sagte Löttge. Auch die Klosterstätten im Nordosten seien in den vergangenen Jahren touristisch aufgeschlossener geworden und für Urlaubsgäste sehr attraktiv – angefangen beim Katharinenkloster in Stralsund – dem traditionellen Standort des Meeresmuseums – über das Kloster zum Heiligen Kreuz in Rostock bis zur Klosterruine in Dargun, die sich als Aufführungsort einen guten Namen gemacht hat, und dem wiedereröffneten Klarissenkloster in Ribnitz-Damgarten. Pro Jahr werden in den 30 Klosterstätten des Landes inzwischen mehr als eine Million Besucher gezählt.

Der Tourismusverband bringt Interessierten den Kirchenschatz des Landes auf verschiedenen Wegen nahe: So hat er beispielsweise mehr als 30 Kirchen in sein Jahresprojekt „365 Entdeckungen in Mecklenburg-Vorpommern“ integriert, das im Internet und auf einer gedruckten Karte nacherlebt werden kann. Darüber hinaus arbeitet der Verband am Mammutprojekt einer interaktiven Karte, dessen Ziel es ist, die Sehenswürdigkeiten des Landes flächendeckend im Internet mit aktuellen Informationen verfügbar zu machen. Bisher sind rund 5.400 Orte oder Ausflugsziele erfasst, darunter rund 300 Kirchen und Klosterstätten. Daneben sind dem Engagement des Tourismusverbandes für die Initiative „Wege zur Backsteingotik“ 16 Tourenangebote entsprungen, die in der Broschüre „Entdeckungen im Backsteinland“ und im Internet dargestellt sind. Fünf kirchliche Jugendübernachtungsstätten im Land haben mit dem Tourismusverband einen Kooperationsvertrag zur Vermarktung über die Arbeitsgemeinschaft „Junges Land für junge Leute“ abgeschlossen. Mathias Löttge sagte, dass der Tourismusverband auch zukünftig auf eine intensive Netzwerkarbeit mit den Kirchen setze und zu konkreten Projekten zusammenarbeiten möchte. „Das gilt auch für Entwicklungen, die die Kirchen im Norden als zukünftig gemeinsame Kirche strategisch betreiben wollen“, so Löttge abschließend.


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