25. Mrz 2010 | Nr. 50/10 | Kategorie: Pressemitteilungen

Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern öffnen ihre Räume für neue Nutzungen

Heilige Häuser bieten neben Andacht und Stille auch Gastfreundschaft und Kultur

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über einen bedeutenden Schatz an sakralen Baudenkmalen. Neben den mächtigen Domen und Pfarrkirchen der Backsteingotik in den Hansestädten Greifwald, Rostock, Stralsund und Wismar sind das die etwa 1.000 Kirchen auf dem Lande. In ihrer schlichten Schönheit und mit ihrer oft erstaunlichen Größe sind sie zu unverwechselbaren Zeichen dieser Kulturlandschaft geworden. Die überwiegende Zahl der Kirchen steht unter Denkmalschutz. Gerade die vielen kleinen Dorfkirchen spielen für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eine große Rolle. Als Kulturdenkmäler sind sie Wahrzeichen vieler Orte. Über das Projekt „Offene Kirchen“ werden zahlreiche Kirchen im Nordosten Touristen zugänglich gemacht. Immer mehr Kirchengemeinden und Häuser öffnen ihre Räume auch für Nutzungen über Gottesdienste hinaus. Einige Kirchen machen Handwerk und Geschichte lebendig, andere haben sich sportlich ambitionierten Gästen verschrieben. Immer mehr Gotteshäuser locken mit moderner Kunst und Kultur. Manche standen zuvor leer, andere wurden über neue Nutzungsformen sogar vor dem Verfall bewahrt. Nachfolgend die interessantesten Beispiele:

Radfahrer-Kirche im vorpommerschen Pantlitz hilft auch bei Pannen
Im vorpommerschen Pantlitz bei Ribnitz-Damgarten öffnete zu Pfingsten 2008 die erste Radfahrer-Kirche in Mecklenburg-Vorpommern ihre Pforten. Die Kirche aus dem Jahre 1869 liegt am europäischen Radwanderweg von St. Petersburg nach Gibraltar. Radtouristen will sie Ruhe, Besinnung und Andacht bieten, aber auch über die Geschichte der Region, Sehenswürdigkeiten und Naturreichtümer in der Umgebung informieren. Zudem hält die Radfahrer-Kirche erfrischende Getränke und Werkzeuge für kleine Reparaturen am Rad bereit.
www.kirche-ahrenshagen.de/pantlitz/index.html

Gedächtniskirche im Dorf Rosow vergegenwärtigt deutsch-polnische Geschichte

In der mittelalterliche Feldsteinkirche Rosow, nahe der polnischen Grenze, entstand eine deutsch-polnische Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang. Mit Hilfe der EU im Jahr 2007 wiederaufgebaut, soll die Gedächtniskirche an die schweren Kampfhandlungen von 1945 und an die wechselvolle deutsch-polnische Geschichte erinnern. Angesichts des polnischen EU-Beitritts werden Nachkriegsschicksale beiderseits der heutigen Grenzlinie dokumentiert, häufig Konzerte, Filmvorführungen und Lesungen geboten. Das Dorf Rosow liegt am Oder-Neiße-Radweg in der Uckermark, einer touristisch interessanten Region nahe der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern. www.rosow.de/Gedachtniskirche/gedachtniskirche.html

Mecklenburgisches Orgelmuseum in der Klosterkirche Malchow

Die Klosterkirche Malchow im Landkreis Müritz ist ein markanter dreischiffiger Backsteinbau, der im 18. Jahrhundert mit der Einrichtung des Damenbüßerinnenstiftes und späteren Zisterzienserklosters errichtet wurde. Deutschlandweit ist sie die einzige Kirche, die ein Orgelmuseum beherbergt. Die stattliche Sammlung beinhaltet verschiedene Orgeln, ausführliche Erläuterungen zur Kunst des Orgelbaus und ein Orgelmodell, auf dem Besucher selbst die Tasten anschlagen können. www.orgelmuseum-malchow.de

Norddeutsches Krippenmuseum in der Heiliggeist-Kirche zu Güstrow

Die Heiliggeist-Kirche zu Güstrow wurde als Hospital- und Kapellenbau im Stil der gotischen Backsteinarchitektur erbaut. Trotz umfangreicher Sanierung weist das zweigeschossige Gebäude noch viel Originalsubstanz auf und zählt heute zu den bedeutenden mittelalterlichen Baudenkmälern in Mecklenburg. Seit 2007 beherbergt die Kirche eine Sammlung von mehr als 350 Weihnachtskrippen. Die Hamburgerin Mechthild Ringguth sammelte die Krippen über vier Jahrzehnte lang in mehr als 60 Ländern der Welt. Die Vielfalt der Formen, des Materials, der Größe und Gestaltung unterstreicht den Wert dieser einmaligen Sammlung.
www.norddeutsches-krippenmuseum.de

400 Meter bis zur Mitte: Bodenlabyrinth vor der Kirche zu Raduhn
Auf dem ehemaligen Hof der Dorfkirche Raduhn im Landkreis Parchim wurde 2008 ein begehbares Bodenlabyrinth angelegt. Labyrinthen haftet seit Hunderten von Jahren eine hohe Symbolkraft an. Im Mittelalter galt der Gang durch ein Labyrinth, gefüllt mit Gebeten, als eine Art Wallfahrt. Im Gegensatz zu einem Irrgarten führt im Labyrinth nur ein einziger Weg zur Mitte. Das Bodenlabyrinth der Kirche zu Raduhn ist nach dem so genannten Chartres-Typ, dem klassischen Labyrinth des Christentums, angelegt. Der Weg zur Mitte auf dem Kirchplatz in Raduhn ist 400 Meter lang, er verläuft über elf Umgänge und 28 Wendungen.
www.pfarre-klinken.de/raduhn.htm

Musiksommer in der Kultur- und Wege-Kirche in Landow auf Rügen

Die fast 700 Jahre alte Dorfkirche zu Landow liegt an der alten Salz- und Heringsstraße, einem der drei bedeutenden mittelalterlichen Handelswege Rügens. Die Kirche gilt als der älteste bekannte Fachwerk-Kirchenbau in Norddeutschland. Als Kultur- und Wege-Kirche wurde sie vor zehn Jahren durch den Freundeskreis „Kirche zu Landow“ etabliert. Alljährlich gibt es den Landower Musiksommer mit Konzerten, Filmen, Theater und Ausstellungen.
www.kirchelandow.de

Einzigartig in Deutschland: Hörspiel-Kirche in Federow im Müritz-Nationalpark
Die deutschlandweit einzige Hörspielkirche liegt in Federow, einer 300 Seelen-Gemeinde und einem Eingangstor zum Müritz-Nationalpark. Die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert stand lange Zeit ungenutzt. Die Verwandlung in eine Hörspielkirche bewahrte sie vor dem Verfall. Inzwischen erlebt sie ihre sechste Saison und begrüßt jährlich mehr als 10.000 Besucher. Von Ende Juni bis Anfang September werden täglich ein Hörspiel für Kinder und zwei für Erwachsene geboten. Jeden Mittwoch Abend ist Krimizeit. Das anspruchsvolle Hörspielprogramm entsteht in der Zusammenarbeit von „Der-Audio-Verlag“ und der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv. Durch zahlreiche Sponsoren und Unterstützer ist der Eintritt in die Hörspielkirche frei. www.hoerspielkirche.de

Kirche Basedow mit der ältesten Orgel und Konzerten der Extraklasse
Die unter Denkmalschutz stehende Kirche im Dorf Basedow liegt in der Mecklenburgischen Schweiz nahe des Malchiner Sees. Neben dem prachtvollen Renaissance-Altar birgt der ungewöhnlich große Kirchenbau eine Barockorgel aus dem Jahre 1680 – die älteste Orgel Mecklenburgs. Alljährlich von Mai bis November geben sich in der Kirche Basedow namhafte Organisten aus Europa und Übersee ein Stelldichein. www.treise.de/kirche.htm

Hochzeits-Kirche in Bibow bietet auch Kunst
In Bibow bei Schwerin steht eine altehrwürdige Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist das Zentrum einer kleinen, aber sehr aktiven Gemeinde der umliegenden Dörfer. Der örtliche Kirchenbauverein und zahlreiche Spender bewahrten das Kleinod vor dem Verfall. Heute ist sie eine beliebte Hochzeitskirche in der Region. Den festlichen Rahmen bietet das benachbarte Schloss Hasenwinkel. Bekannt ist die Kirche auch wegen ihrer Kunstprojekte. www.kirchenkreis-wismar.de/Warin.77.0.html

Genuss für Augen und Ohren: Konzert-Kirche in Neubrandenburg
Inzwischen gibt es auch die Kulturkirche, die keine Kirche mehr ist: Für Gottesdienste nicht mehr genutzt, ist die 700 Jahre alte Neubrandenburger Marienkirche heute eine moderne Konzerthalle. Der renommierte finnische Architekt Pekka Salminen integrierte in die altehrwürdige Backsteinhülle einen hochmodernen Konzertsaal und schuf dabei eine wundervolle Symbiose von Altem und Neuem. Unter anderem sind hier die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig zu Gast. Die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ im Turmbereich ist zudem eine Station der Europäischen Route der Backsteingotik. www.konzertkirche-nb.de; www.eurob.org

Autobahnkirche Kavelstorf
Die Dorfkirche Kavelstorf wurde im 13. Jahrhundert von westfälischen Siedlern aus Felssteinen errichtet. Seit Ende des Jahres 2000 ist sie die erste und heute noch einzige Autobahnkirche in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt an Autobahn A19 Rostock-Berlin, an der Abfahrt Kavelstorf (Nr. 10), rund 15 Kilometer von der Hansestadt Rostock entfernt. Als ein Rastplatz für die Seele öffnet die Kirche täglich von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr ihre Pforten. Gottesdienst wird sonntags um 10.00 Uhr gefeiert. In den Sommermonaten werden häufig Konzerte veranstaltet.
www.autobahnkirche-kavelstorf.de

Wiederaufgebaut: Wasserstraßen-Kirche in Barkow für Kanuten und Freizeitkapitäne

Als 2004 das Dach der mittelalterlichen Dorfkirche Barkow einstürzte, blieben nur der Fachwerkturm und das Feldsteinmauerwerk stehen. Die wieder aufgebaute Kirche mit hochmodernem Multifunktionsraum gilt als gelungene Integration von Erbe und Moderne – 2008 gewann sie den Landesbaupreis. Mit dem Wiederaufbau entstand die Idee, die Kirche als Wasserstraßen-Kirche zu entwickeln. Barkow liegt direkt an der Müritz-Elde-Wasserstraße, verbindet die geschichtsträchtigen Städte Plau am See und Dömitz an der Elbe. Der Wasserwanderrastplatz an der Schleuse Barkow zieht Jahr für Jahr viele Motorboot- und Kanutouristen ins Dorf. Schon bald soll direkt auf dem Gelände des Pfarrhofes eine weitere Anlegestelle gebaut werden, mit Spiel, Sitz- und Grillmöglichkeiten für Wasserwanderer. Vom Pfarrhof sollen die Wasserwanderer zur Kirche geleitet werden. Diese öffnet rund ums Jahr, im Sommer so lange wie es hell ist. Regelmäßig werden Führungen und Konzerte geboten. www.dorfkirche-barkow.de

Sakrale Musik trifft Modern Jazz: Schönberger Musiksommer in St.-Laurentius-Kirche
Die St.-Laurentius-Kirche in Schönberg bietet beste akustische Voraussetzungen und ist bereits seit 1987 Schauplatz des Schönberger Musiksommers. Das jährliche Spektakel besticht durch programmatische Vielfalt: Von traditioneller Kirchenmusik bis hin zu Jazz wird einem sehr breit gefächerten Publikum viel Unterschiedliches aber immer Hochwertiges geboten. Die Konzerte finden vom 15. Juni bis 18. September 2010 jeweils dienstags um 20.00 Uhr statt. Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst bereichern das Hörerlebnis. www.schoenberger-musiksommer.de

Gelobte Dächer: Solarzellen schmücken zahlreiche Kirchen
Zahlreiche Kirchgemeinden nutzen das Licht der Sonne, um ihre Gottes- und Gemeindehäuser mit elektrischem Strom zu versorgen. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts wurden mehr als 20 Kirchendächer in Mecklenburg-Vorpommern mit Solarmodulen bestückt. Die Installation von Photovoltaik-Anlagen wurde vom Land und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Die größten Modulflächen im Land befinden sich auf der Stadtkirche Hagenow mit 220 Quadratmetern und auf der Evangelischen Kirche Greifswald Wieck/Eldena mit 206 Quadratmetern. Aber auch kleine Dorfkirchen setzten immer mehr auf die Kraft der Sonne. Zum Beispiel die Dorfkirche Zernien bei Bützow – ein spätgotischer Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Anstelle eines roten Ziegeldaches wurde bei Wiederaufbau das komplette Süddach des Kirchenschiffes mit Solarzellen verkleidet. Weitere Dorfkirchen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Solaranlage sind beispielsweise die St. Petri Kirche zu Mönkebude (Ücker-Randow-Kreis), die Backsteinkirche in Carlow (Landkreis Nordwestmecklenburg), die Evangelisch-Methodistische Dorfkirche Wiebkenhagen (Landkreis Nordvorpommern) und die Dorfkirche in Lichtenhagen bei Rostock.

Kirche Unterwegs: Im Sommer auf Campingplätzen an der Ostsee
Kirche Unterwegs, eine Initiative der Nordelbischen Evangelischen-Lutherischen Kirche, gibt es schon seit mehr als 45 Jahren. Vom 3. Juli bis 21. August 2010 soll „Kirche unterwegs“ wieder auf verschiedenen Camping- und Caravanplätzen in Mecklenburg-Vorpommern präsent sein. Teams von Freiwilligen werden in Wohnwagen und Zelten an der Ostseeküste entlang ziehen, um Menschen miteinander und mit Gott ins Gespräch kommen zu lassen. Sonntags wird zum Gottesdienst geladen – ohne Orgel und Talar, nicht hinter kühlen Mauern, aber im schattigen Zelt. Darüber hinaus gibt es täglich Aktionen für Große und Kleine, Junge und Ältere: Gute-Nacht-Geschichte, Camper-Abend, Früh- und Nachtwanderung, Teenie-Club, offenes Singen, Lagerfeuer mit Grillen, Abendsegen und vieles mehr. www.gemeindedienst-nek.de

Wohnraum und Veranstaltungsort: Nikolaikirche Rostock
Die Nikolaikirche Rostock empfängt ihre Besucher nicht zu Gottesdiensten, sondern als Veranstaltungsort. Das ganze Jahr über lädt das Kirchliche Zentrum zu Ausstellungen, Konzerten, Podien und Märkten ein. Mit seinen räumlichen Besonderheiten wie Beheizbarkeit, variabler Bestuhlung, einfacher Ausstattung des Innenraumes und behindertengerechter Sanitäreinrichtung bietet es vielfältige Möglichkeiten der Nutzung. Neben dem Begegnungsraum für Kirche, Kunst und Kultur bietet die Nikolaikirche Rostock, deren Hochaltar heute in der Marienkirche der Hansestadt steht, auch einzigartige Wohnräume unter dem Dach. www.nikolaikirche-rostock.de

Weitere Informationen: www.auf-nach-mv.de (Der Tourismusverband hat mehr als 30 Kirchen in sein Jahresprojekt „365 Entdeckungen in Mecklenburg-Vorpommern“ integriert.), www.kirche-mv.de, www.kirchentour.de

Foto: Konzertsaal in der Neubrandenburger Marienkirche, Mecklenburgische Seenplatte (TMV/Werk3)


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